Familienfreundliche Kommunen
Weiterentwicklung eines Landesförderprogramms „Familienfreundliche Kommune“ mit unterstützenden Maßnahmen wie z. B. der Einführung von Familienpässen.
Elterngerechte Arbeitszeitmodelle
Die Erziehung obliegt den Eltern. Daher fordert die ÖDP die Unterstützung von Arbeitgebern bei der Entwicklung von elterngerechten Arbeitszeitmodellen. Erleichterung der Neuorientierung von Müttern und Vätern nach der Familienphase. Dazu bedarf es geeigneter Fortbildungsmaßnahmen sowie der Anerkennung der durch Familienarbeit erworbenen Qualifikationen.
Schutz für das geborene und ungeborene Kind
Wirksamer Schutz für das ungeborene wie das geborene Kind. Das ist eine Politik, die es allen Eltern, insbesondere den Müttern, ermöglicht, ohne Angst vor gravierenden persönlichen Nachteilen ein Kind anzunehmen und zu erziehen.
Schulsystem
Die ÖDP befürwortet das Angebot eines mehrgliedrigen, durchlässigen Schulsystems, in welchem die ganzheitliche Entwicklung der Schüler ein vorrangiges Bildungsziel ist. Eine ausreichende Zahl von Lehrkräften ist dazu erforderlich. Die Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte haben vorwiegend auf eine Erhöhung der Abiturientenzahlen abgezielt. Die moderne Dienstleistungsgesellschaft benötigt jedoch nicht nur Menschen mit Hochschulabschluss, sondern auch Menschen, die praktisch denken und zupacken können. Daher will die ÖDP eine moderne Realschule plus schaffen, die praxisorientiert unterrichtet (Projektunterricht, Praktika, neuartige Unterrichtsinhalte wie etwa Ökologie, Technisch-Kreatives Grundwissen, Soziales Verhalten, Gesundheit, Finanzen), die in kleinen Lerngruppen arbeitet und zusätzliche Tutoren für jede Gruppe einsetzt (um auch Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu fördern), und die durch einen engen Kontakt zu den regionalen Betrieben Zukunftsperspektiven eröffnet.
Schulstrukturen
Zugleich müssen die Unterrichtsformen und Schulstrukturen alters- und schülergerecht sein: spielerisches und strukturiertes Lernen im Kindergarten (verschiedene Vorschulprogramme); gemeinsamer Unterricht aller Schüler während der ersten 6 Schuljahre; modulares Abitur, wahlweise nach 12 oder 13 Jahren, je nach Leistungswillen des betreffenden Schülers.
Sprachunterricht
Langfristiges Ziel ist eine möglichst frühe echte Zweisprachlichkeit (Bilingualität) ab dem 2. Lebensjahr auf freiwilliger Basis. Integration von Kindern aus anderen Sprachbereichen und Kulturen; ergänzender Deutschunterricht in Kindergarten und Grundschule; gezielte Förderung lernschwacher Kinder durch zusätzliche Maßnahmen außerhalb des regulären Unterrichts; gemeinsame Gruppen von Behinderten und Nicht-Behinderten; Förderung besonders begabter Kinder im Rahmen selbst gewählter und angebotener Projekte. Spezielle Programme für LRRS (Lese-, Rechtsschreib-, Rechenschwäche).
Kindertagesstätten
Erziehung innerhalb und außerhalb von Familien ist Bildung. Lernen in Kindertagesstätten ist nur in kleinen Gruppen möglich (z.B. Verbesserung des OECD-Betreuungsschlüssels in Kindergärten auf mindestens zwei Erzieherinnen für 15 Kinder). Sowohl die innerfamiliäre wie die außerfamiliäre Erziehungsleistung muss gesellschaftlich und finanziell aufgewertet werden. Vor dem Hintergrund der Betreuung von Kindern unter 2 Jahren ist sicherzustellen, dass eine ausreichende Zahl von Erzieherinnen zur Verfügung steht.
Unterrichtsqualität
Die Qualität des Unterrichts muss gesteigert werden durch eine praxisnahe Lehreraus- und -weiterbildung, eine konstruktive Qualitätskontrolle durch externe Supervision und eine größere Eigenverantwortlichkeit der Schulen. Zugleich eröffnet die demografische Entwicklung, d.h. der mittelfristige Rückgang der Schülerzahlen, zusätzliche Chancen, die wir nutzen müssen: Arbeit in kleinen Lerngruppen, individuelle Förderung Einzelner; Entwicklung einer neuen Unterrichtskultur in kleinen, wohnortnahen Schulen. Die ÖDP möchte erreichen, dass mehr Schulsozialarbeiter und –psychologen zur Unterstützung des Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Zudem brauchen wir mehr Lehrerinnen und Lehrer. Die ÖDP fordert eine Begrenzung der Klassenstärke auf maximal 20 Schülerinnen und Schüler. Management-Training von Schulleiterinnen und Schulleitern.
Lehrpläne
Die ÖDP fordert die Ergänzung der Lehrpläne um den verantwortungsvollen Umgang mit der EDV-Technik und dem Internet. Auch der Schwimmunterricht muss im Schulsport und in außerschulischen Angeboten ausgeweitet werden. Die notwendige Infrastruktur (Schulbauten, Sportplätze, Schwimmbäder) und die materielle technische Ausstattung ist zeitnah zu schaffen. Förderung von Sportmannschaften.
Universitäten und Fachhochschulen
Um die von Universitäten und Fachhochschulen erwartete qualitativ hochwertige Ausbildung langfristig sicherstellen zu können, muss das dortige Lehrpersonal proportional zu den gestiegenen Studierendenzahlen angepasst werden.
Studiengebühren
Wir sind auf die Ausschöpfung der Ressource Bildung dringend angewiesen. Daher will die ÖDP das kostenfreie Erststudium beibehalten. Auch Nicht-Abiturienten müssen durch Aufnahme-Prüfungen Zugang zu Universitäten erhalten.
Weiterbildung
Einrichtung weiterer umweltbezogener und familienbezogener Studiengänge und Weiterbildungsangebote an den Universitäten und Fachhochschulen, z.B. im Rahmen einer Abenduniversität. Erleichterungen für studentische Familien durch Verlängerung der Regelstudienzeiten und der Stipendien.
Einwanderung
Qualifizierte Einwanderung allein wird die demographischen Probleme nicht lösen. Wir brauchen einen konsequenten Abbau der für Familien bestehenden Benachteiligungen nicht nur aus Gerechtigkeitsgründen, sondern auch zur Steigerung der Geburtenzahlen, z.B. durch eine angemessene Honorierung der von Eltern für die ganze Gesellschaft erbrachten Leistungen.
Erziehungsgehalt
Über den Bundesrat: Einsatz für ein gerechtes steuer- und sozialversicherungspflichtiges Erziehungsgehalt. Es muss ein Mechanismus entwickelt werden, wie Müttern oder Vätern nach der Erziehungsphase der Umstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglicht wird.